Tarifeinigung in Bayern

Es ist geschafft.
Wir haben einen neuen Tarifvertrag in Bayern.

IG Metall und VBM (Arbeitgeberverband Bayern) haben sich am heutigen Dienstag auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.
Es wurden im Grundsatz die Regelungen des Pilotabschlusses aus Baden-Württemberg übernommen.

Damit bekommen die Beschäftigten der M&E Industrie in Bayern ab 01.05.2012 4,3% mehr Entgelt.
Azubis werden im Grundsatz unbefristet übernommen und
Betriebsräte erhalten klare Mitwirkungsrechte beim Einsatz von Leiharbeit.
Auch ein Zuschlag auf das Entgelt von Leiharbeitern wurde erfolgreich durchgesetzt.

Ein großes Dankeschön an alle, die diese Tarifrunde unterstützt haben.
Nur durch die überwältigende Beteiligung der Beschäftigten war dieser erfolgreiche Abschluss möglich. Hier die Details.

20120522-173106.jpg

Warnstreik bei BMW! Gegen Maurer und Betonköpfe.

Stur, arrogant und schwerfällig verhalten sich die Bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber in der aktuellen Metall Tarifrunde. Über 6.500 Kolleginnen und Kollegen waren deshalb am 11. Mai vor der BMW Welt in München dabei, als unter lautem Beifall eine symbolische Mauer aus Scheinargumenten der Arbeitgeber von zwei „Fachkraft-Boxer-Azubis eingeschlagen wurde.

Medienwirksam fiel die brüchige Mauer aus Argumenten wie „kein Nachholbedarf beim Entgelt, Einschränkung der Zeitarbeit schadet“ usw. in sich zusammen. Deutlich wurde die Schlagkraft der IG Metall und der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen demonstriert.

Alexander Farrenkopf, BMW VK Leiter, nahm diese Symbolik auf und erklärte vor den überwiegend bei BMW beschäftigten Kolleginnen und Kollegen, „die Arbeitgeber mauern, wir reißen diese Mauern ein.“ Im Anschluss daran versprach der stellvertretende VK Leiter, Manfred Schoch, dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, „wir erkämpfen eine ordentliche Lohnerhöhung und erfüllen somit ihren Wunsch.“

Deutlich wurde auch bei diesem Warnstreik, dass die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter streikbereit sind. Trotzdem ist der Streik nur notwendig, wenn kein vernünftiges Verhandlungsangebot von Seiten der Arbeitgeber kommt. Dann stehen die Zeichen auf Sturm. „Wenn bis 25. Mai kein vernünftiges Angebot vorliegt, wird Streik beschlossen“, bringt es der erste Bevollmächtigte der IG Metall München, Horst Lischka, auf den Punkt. Und die Geschichte zeigt: Mauern haben noch nie lange gehalten!

Heutige Tarifverhandlung in Bayern ergebnislos vertagt.

Die Arbeitgeber mauern weiterhin. Kein Entgegenkommen, kein verbessertes Angebot, sogar der Vorschlag in einem kleinen Expertengremium weiter zu sprechen wurde abgelehnt.
Der VBM zieht sich zurück und wartet lieber auf eine Lösung am 15. Mai in Baden-Württemberg.
Es ist kaum zu glauben, wie destruktiv sich der Arbeitgeberverband in den Verhandlungen verhält. Die einzige nachvollziehbare Aussage war, dass die massiven Warnstreiks die Produktionsabläufe durcheinander bringen. Ja, VBM, das ist richtig. Und es wird noch viel schlimmer, da ihr so mauert! – Versprochen.

„Eine nicht verhandelbare Provokation“,

sieht IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler im Angebot des vbm (Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie) vom 19. April. Vorgeschlagen wurde in der 3. Tarifverhandlung für die Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie eine Entgelterhöhung um 3 Prozent für 14 Monate. Dies entspricht einer Steigerung von nur 2,57 Prozent für 12 Monate.

Mit diesem Angebot werden den Kolleginnen und Kollegen an den durch sie erwirtschafteten Gewinne der Unternehmen nicht beteiligt. Auch die hervorragenden Prognosen der wirtschaftlichen Entwicklung werden damit auf den Kopf gestellt.

Die vbm Forderungen nach weiteren 40-Stunden-Verträgen und die Ausweitung der Befristungsregelung wurden durch die IG Metall Verhandlungskommission ebenso abgelehnt, wie eine unverbindliche Absichtserklärung zur Übernahme der Azubis.

Da bis zum Ende der Friedenspflicht, am 28. April, keine Verhandlungen mehr stattfinden werden, hat der vbm die zu erwartenden Warnstreiks zu verantworten.
Weiterlesen

Schnellinfo 3. Tarifverhandlung Bayern

Auch in Bayern legten die Arbeitgeber das Angebot von einer Entgeltsteigerung von 3% für 14 Monate vor. Kein Angebot zur Übernahme der Azubis. Kein Angebot zur Leiharbeit.
Die IG Metall Verhandlungsführung beendete daraufhin die Verhandlung.

Die Beschäftigten erwarten ein deutliches Plus. Das vorgelegte Angebot ist keine verhandlungsfähige Basis.

Die Tarifverhandlung unterstützten 3.500 Metaller in einer begleitenden Aktion.

20120419-131038.jpg